Am westlichen Rand von Horozawa liegt das Anwesen des Admirals Sugiyama Takao. In den Hang gebaut, zwischen Kiefern und alten Mauern aus schwarzem Basalt, erhebt sich das Haus, halb Erinnerung, halb Gegenwart.
Der älteste Teil, das Shiomizu-tei, „Pavillon des salzigen Wassers“,, stammt aus der Zeit kurz nach dem Bürgerkrieg von 1866–1871. Ein einstöckiger Holzbau mit tiefem Vordach, Schiebetüren aus Reispapier, Steinboden im Eingangsbereich. Es war einst das Heim eines Schiffsbauers, der an den ersten eisernen Panzerschiffen Fusōs arbeitete. Sugiyama hat es nicht abreißen lassen. Er empfängt dort Besucher, wenn er den Abstand zwischen Rang und Herkunft bewusst verringern will.
An das alte Haus schließen sich zwei neue Flügel an: nüchtern, klar, in Beton und Glas ausgeführt. Der Ostflügel dient der Repräsentation, Besprechungsraum, kleiner Salon, eine Galerie mit Seekarten und Gemälden alter Flottenverbände. Der Westflügel ist Wohnraum: schlicht, kaum Dekoration, die Möbel aus lackiertem Nussbaumholz, die Böden aus grauem Schiefer. Eine breite Glasschiebetür öffnet sich zum Meer hin.
Im Zentrum liegt ein schmaler Innenhof mit einem einzigen Kiefernbaum und einem stillen Wasserbecken, das sich mit dem Regen füllt. Wenn der Wind von der See her weht, schlagen die Windspiele aus Titan aneinander, leise, fast wie Sonarsignale.
Sugiyama lebt hier allein. Keine Bediensteten, nur eine ältere Hausverwalterin, die jeden Morgen frischen Tee bringt. Seine Bibliothek ist klein, aber sorgfältig geordnet: nautische Handbücher, Strategielehren, Gedichtbände über das Meer. An den Wänden hängen keine Auszeichnungen. Nur ein Schwarzweißfoto, eine Werftmannschaft aus den 1930er Jahren, darunter der Name seines Vaters in verblasster Tinte.
Nach außen wirkt Shiomizu-tei unscheinbar. Doch wer durch seine Flure geht, spürt die Geschichte eines Mannes, der sich nicht durch Erbe, sondern durch Disziplin und Stille erhoben hat. Ein Haus ohne Prunk, aber mit Haltung, wie sein Besitzer.